Alter Bahnhof Hattingen: 150 Jahre Empfangsgebäude

Mit der Gründung der Henrichshütte 1854 und der Eröffnung zahlreicher Zechen stand schnell fest: Für Hattingen musste eine Eisenbahn her, um Kohle, Eisen und Stahl zu transportieren. Kutschen konnten auf unbefestigten Straßen je nach Wetterlage nur schwer verkehren, auch die Ruhrschifffahrt bot wegen unregelmäßiger Wasserstände der Ruhr keine optimale Lösung. 1869 wurde die Bahnlinie eröffnet, 1870 das Empfangsgebäude. Am 15. Februar 2020 feierte das Bauwerk 150. Geburtstag.

Im Jahr 2000 kauft die Familie Stalter das Gebäude und bezieht es mit den Firmen Stagro Stahlhandel und dem Maklerbüro Stalter Immobilien „Ich war sofort begeistert von dem Gebäude als es zum Verkauf stand“, berichtet Lothar G. Stalter. „Ich kenne den Bahnhof seit meinen Kindertagen und habe schöne Erinnerungen daran.“ Anderthalb Jahre restaurierte er das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude originalgetreu – die Ruhrsandsteinfassade, das Dach, die Rundbogenfenster. Rund 1.000 Quadratmeter Nutzfläche.

Pressemeldung und Infotafel zur Bahnhofsgeschichte

Zum 150-jährigen Geburtstag habe ich die Pressemeldung und den Text für eine Infotafel zur Geschichte des Bahnhofsgebäudes verfasst, die Georg G. Stalter am 15. Februar 2020 am Eingangsbereich eingeweiht hat. Die Tafel ergänzt in ihrer Anmutung nun die 36 Einzelschilder des Altstadtrundgangs Hattingen historisch, der die Stadtgeschichte bei einem Rundgang vom „Ackerbürgerhaus“ bis zum „Zollhaus“ erzählt.

Text zur Infotafel

Hattingen historisch: Alter Bahnhof Hattingen

Die Gründung der Henrichshütte 1854 und die Eröffnung zahlreicher Zechen legten den Grundstein für den Bahnhof Hattingen. Über ihn sollte der Transport von Kohle, Eisen und Stahl sichergestellt werden. Am 15. Dezember 1869 eröffnete der Bahnhof – und die Bahnlinie der „Ruhrthal-Verbindungs-Eisenbahn“ von Steele nach Dahlhausen über Hattingen wurde bis zur Henrichshütte verlängert.

Am 15. Februar 1870 eröffnete das zweigeschossige klassizistische Empfangsgebäude mit seinem markanten dreigeschossigen Turm, erbaut aus robustem Ruhrsandstein. An der linken Gebäudeflanke war die Kofferaufgabe angebaut, rechts davon die Eilguthalle. Innen erwarteten die Fahrgäste Wartesäle für die erste und zweite Klasse.

An der Fassade des Gebäudes zeugen heute noch Einschusslöcher vom Zweiten Weltkrieg. Wo der Sandstein abgeplatzt war, füllte man die Löcher mit Mörtel auf und bildete das Fassadenmuster mit einem Fleischklopfer nach.

Durch das Zechensterben verlor der Güterverkehr seine Bedeutung, und auch der Personenverkehr zwischen Hattingen und Hagen wurde 1971 eingestellt. Der verbliebene Abschnitt der Ruhrtalbahn nach Essen wurde 1974 elektrifiziert und die S-Bahnlinie S3 von Hattingen nach Oberhausen eröffnet.

Im Jahr 2000 restaurierte die Familie Lothar G. Stalter das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude originalgetreu.
Heute sind im oberen Bahnhofsturm die Büros der STALTER IMMOBILIEN untergebracht und in der ehemaligen Empfangshalle und den Wartesälen im Erdgeschoss eine Event-Gastronomie.

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