Allbau Mein Zuhause - Interview OB Thomas Kufen

Interview mit Oberbürgermeister Thomas Kufen: Wohnen in Essen muss bezahlbar bleiben

Wohnungsknappheit ist Preistreiber Nummer eins bei den Miethöhen. Deshalb braucht Essen bis 2020 mindestens 11.000 zusätzliche Wohnungen; davon jährlich rund 500 öffentlich geförderte Wohnungen. Oberbürgermeister Thomas Kufen ist für bezahlbaren Wohnraum, größere Anreize und Zulagen für Investoren und für die Berücksichtigung von sozial geförderten Wohnungen innerhalb von Bebauungsplänen.

Für das Allbau-Magazin Mein Zuhause habe ich Thomas Kufen im Auftrag von TAS Emotional Marketing gefragt, wie sich die NRW-Wohnungsbauoffensive auf den Essener Markt auswirkt, warum öffentlich geförderter Wohnraum wichtig ist und welche Aufgabe dem Allbau dabei zukommt.

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Das Land NRW erhöhte 2016 innerhalb seiner Wohnungsbauoffensive die Fördersumme für preisgünstigen Wohnraum um knapp 60 Prozent und stockte auf – von 800 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro. Die Folge: ein landesweiter Zuwachs im sozialen Wohnungsbau von 66 Prozent im Vergleich zu 2015. „Mein Zuhause“ hat Oberbürgermeister Thomas Kufen gefragt, wie sich die Offensive auf den Essener Markt auswirkt, warum öffentlich geförderter Wohnraum wichtig ist und welche Aufgabe dem Allbau dabei zukommt.

Herr Kufen, wie wirkt sich die Wohnungsbauoffensive des Landes auf den Essener Wohnungsmarkt aus?

Thomas Kufen: Die Wohnungsbauoffensive zeigt in Essen bereits Wirkung: Die Konditionen der öffentlichen Wohnraumförderung sind dadurch glücklicherweise für Investoren in den letzten Jahren immer attraktiver geworden. Mit den Tilgungsnachlässen ist der soziale Wohnungsbau so rentabel wie der frei finanzierte.

Wie stellt sich derzeit die Wohnungsmarktsituation in Essen dar?

Thomas Kufen: Essen benötigt bis 2020 mindestens 11.000 zusätzliche Wohnungen; davon jährlich rund 500 öffentlich geförderte Wohnungen, ohne die Zuwanderung von Flüchtlingen. Daneben steigt auch die Nachfrage nach Wohnungen im mittleren Preissegment. Wohnungsknappheit ist Preistreiber Nummer eins bei den Mieten, deshalb brauchen wir bezahlbaren Wohnraum, der qualitativen, energetischen und modernen Ansprüchen genügt – für alle Bedürfnisse und Bedarfe.

Bezahlbares Wohnen für alle – an welchen Stellschrauben müssen wir drehen?

Thomas Kufen: In der Vergangenheit ist nicht nur in Essen, sondern auch in NRW der Bestand an Sozialwohnungen geschrumpft: So gab es 2015 knapp 477.000 Sozialwohnungen, 1979 waren es noch über 1,6 Millionen. Jährlich fallen mehr als 10.000 Wohnungen aus der Bindung als Sozialwohnung. Wir brauchen zum einen größere Anreize und Zulagen für Investoren für den Wohnungsbau, zum anderen sollten im Rahmen von Bebauungsplänen auch gleich sozial geförderte Wohnungen in angemessenem Umfang berücksichtigt werden. Andererseits brauchen wir aber auch mehr geförderte Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, die sich ein Eigenheim anschaffen wollen.

Welche Bedeutung hat ein kommunales Wohnungsunternehmen wie Allbau für Essen?

Thomas Kufen: Der Allbau hat sich in seiner Strategie dem aktuellen Marktgeschehen immer passend platziert und schafft nicht nur guten öffentlichen, sondern auch bezahlbaren und zugleich ökologischen Wohnraum. Durch das konsequente Engagement und die kontinuierliche Bautätigkeit errichtet Allbau ein gutes Fundament für gesellschaftliches Miteinander und belebt Essen als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort.

Dies gilt auch für den öffentlich geförderten Wohnungsbau?

Thomas Kufen: Definitiv. Mit großem Interesse verfolge ich die Entwicklungen in den Südosthöfen. Es ist eines der wichtigsten Modernisierungsprojekte für die Stadtentwicklung und hat Pilotprojekt-Charakter. Dort kümmern wir uns als Stadt Essen und dem JobCenter Essen gemeinsam mit dem Allbau um bezahlbare Mieten. Durch die hohen Investitionen wird die durchschnittliche Grundmiete knapp über fünf Euro pro Quadratmeter betragen. Das JobCenter wird aber bei Menschen mit Transferleistungen die wesentlich niedrigeren Energiekosten berücksichtigen. So fällt die gleiche Warmmiete an wie bisher und niemand muss ausziehen. Gemeinsam sorgen wir damit für zufriedene Mieterinnen und Mieter und ein friedliches Miteinander im Quartier.

Herr Kufen, vielen Dank für das Gespräch!

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